Gruselige Legende: Die Legende der Baba Jaga

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Bildquelle: Clipdealer

Gruselige-Legenden - Die Legende der Baba Jaga

Kategorie: Gruselige Legenden    |    Hinzugefügt am 11.03.2021

Ich habe dir nun bereits so viele Geschichten über Vampire erzählt, dass du mittlerweile wohl an dem Punkt angekommen bist, dich nicht mehr vor blutschlürfenden, bleichgesichtigen Widergängern zu ängstigen, mein tapferer Freund. Die folgende Erzählung ist weitaus erschreckender, denn sie handelt von einer Göttin. Der wohl grausamsten und zwiespältigsten Gottheit, die bis heute in unseren Legenden überlebt hat. Sie hat viele Namen: die Gehörnte, die Alte, die Kaltherzige… Ich werde sie im Folgenden einfach „Großmutter“ nennen, denn das wird ihrem wahren Namen am gerechtesten. Die Baba Jaga, das Großmütterlein Jedwiga kommt als altes, mageres und hässliches Hexenweib daher und wird im gesamten Osteuropa gekannt, gefürchtet, in seltenen Fällen sogar geliebt. Sie ist unberechenbar und teuflisch, niemand weiß heute noch was sie ursprünglich einmal verkörperte, doch manche Quellen berichten voller Sicherheit, dass es sich bei ihr um Schlussteil einer göttlichen Dreifaltigkeit handelt. Eine Muttergöttin. Ein grausames, verrücktes Weib. Ein Heilerin. Ein Monster.

Sie ist, einer Erzählung zufolge, die Herrin über das „Wassers des Todes“ mit dem sie sich selbst und ihre zwei Schwestern, die eigentlich nur ein Teil ihrer eigenen Seele sind, auf ewig am Leben hält. Des weiteren gilt sie in gläubigen Kreisen als engster Lakai Satans, auf dessen Befehl hin sie die Sünder und Todgeweihten bis in die Hölle hetzt.

Doch die Großmutter existierte bereits vor der Christianisierung ist älter, mächtiger, schrecklicher und unberechenbarer. Sie kann helfen und quälen, das Leben schenken oder es nehmen. Sie hat keine Begründung für das was sie tut, sie existiert und das alleine reicht ihr offenbar aus um den Menschen die schrecklichsten Grausamkeiten anzutun. Viele glauben, dass sie in den Jahren der Einsamkeit ihren Verstand verloren hat und die einstmals reine Seele der heilkundigen Waldfrau schwarz-, und ihr Herz zu Eis geworden ist.

Sie tötet mit Wonne und sie tut es oft. Ihre Behausung, eine Hütte die von gigantischen, schuppigen Hühnerbeinen getragen wird ist das Epizentrum des Grauens, dass sie in der Welt verbreitet. Es kann sich eigenständig Bewegen und manch einer, der in den kleineren Dörfern nahe der wilden Wälder heimisch ist, schwört darauf, eines Tages riesige Klauenabdrücke im Neuschnee hinter seinem Haus vorgefunden zu haben….

Giebel und Veranda des schrecklichen Hühnerhauses sind mit den gehäuteten Schädeln der Getöteten geschmückt, die Vorhänge bestehen aus eben jener getrockneten Haut, zusammengeflickt mit Schnüren aus Venen und Sehnen. Ihre Zähne sind aus Eisen und sie ernährt sich von Menschenfleisch, ihr Blick durchbohrt alles und sieht alles, ihre Waffe ist ein riesiger, fliegender Mörser in dem sie hockt und ihre unglücklichen Opfer an dessen Grund mit dem steinernen Stößel zu Tode malträtiert. Das Blut der zerschmetterten Körper soll dabei manchmal sogar über den Rand des Mörsers spritzen und den Boden besudeln, doch ihr Hexenbesen verwischt jegliche Spuren.

In den vergangenen Jahrzehnten kam es in Russland und den umliegenden slawischen Nationen einige Male zu verheerenden Hungernöten, denen viele Menschen zum Opfer fielen. Es ist bewiesen, dass nicht alle Toten die es zu jener Zeit gab, des Hungers starben. Ihres eigenen Hungers zumindest. Kannibalismus ist ein scheußliches und trauriges Thema. Doch wahrlich erschreckend werden diese Geschichten erst wenn man weiß, was einige der Täter später aussagten. Dass diese Taten nicht nur vom Selbsterhaltungstrieb verschuldet waren, sondern sie auf Befehl hin gehandelt hatten. Ihren Befehl hin.

Lizenz: CC-BY-SA | Author: TheVoiceInYourHead alias Voice


 

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