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Gruselige Legende: Der Gonger – Die Geister auf Sylt

Gruselige Legende: Der Gonger – Die Geister auf Sylt
Bildquelle: clipdealer.de
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Mit der deutschen Inseln Sylt ist eine gruselige Legende / Sage verbunden, die von Gonger genannte Geister handelt, die nach ihrem Tod ihre Nachkommen aufsuchen.

Gonger sind unschuldig zu Tode gekommene Menschen, die unrechtmäßig Grundsteine versetzt oder Land abgepflügt bzw. verwüstet haben sowie Gotteslästerer, Selbstmörder und Personen, die sich selbst verflucht haben. Sie alle finden keine Ruhe in ihren Gräbern und kehren als Gonger zurück unter die Lebenden.

Die bekannteste Geschichte handelt von einem Schiffer, der zusammen mit seinen zwei Söhnen nach Holland segeln wollte. Da der jüngste Sohn kein gutes Gefühl bei der ganzen Sache hatte, bat er seine Mutter um Unterstützung, damit ihn der Vater von der beabsichtigten Segeltour ausschließt. Der Vater aber bestand eindringlich darauf und so blieben auch die Mühen der Mutter vergebens, ihrem jüngsten Sohn den Segelausflug zu ersparen.

Als sie auf dem Weg zum Hafen waren, sagte der Junge: „Denket an mich, wenn ihr über diese Steine geht.“ Noch in derselben Nacht verunglückten der Vater und seine Söhne auf dem offenen Meer. Die Schwester des Vaters, die in demselben Haus wie ihr Bruder wohnte und jede Nacht ein Brusttuch vor ihr Bett legte, entdeckte am Morgen nach dem Unglück drei Bluts-tropfen auf dem Tuch. Sie ahnte sofort, dass dies ein Zeichen dafür war, dass ihrem Bruder und seinen Söhne etwas Schlimmes zugestoßen sein musste und sie von ihnen in jener Nacht heimgesucht wurde.

Eine weitere Geschichte schildert einen Vorfall nach dem Tod einer Frau auf Sylt. Sie soll nach ihrem Begräbnis ihren Prediger so lange aufgesucht haben, bis er ihr eine Schere, Nadel und Zwirn ins Grab legte. Das hatte man nämlich bei ihrer Bestattung versäumt und es war damals bei den Frauen auf Sylt ein wichtiger Brauch.

Doch es gibt nicht nur Gonger, die ihre direkten Verwandten heimsuchen. Es gibt auch Gonger, die zwei bis drei Generationen überspringen und sich erst dann ihren Anverwandten zeigen. Sie übermitteln ihrer Familie dann Hinweise, damit sie ihre Person und Tod in Erinnerung behalten. In der Abenddämmerung oder in der Nacht erscheint der Geist dann in der Kleidung, in der er gestorben ist und schleicht um das Haus der Nachfahren herum.

Er betritt mit seinen vom Meerwasser getränkten Sachen deren Wohnstätten und löscht das Licht mit seiner bloßen Hand. Anschließend legt er sich zu den Schlafenden ins Bett auf ihre Decke. Ein großer Salzwasser-fleck auf der Bettwäsche weist dann am nächsten Morgen auf den Besuch hin. Das Ganze wiederholt sich so lange, bis die Erinnerung an ihn wachgerufen und sein Tod anerkannt wird.

Es heißt auch, dass man einem Gonger auf keinem Fall die Hand reichen darf, da sie sonst verbrennt, verkohlt und letztendlich abfällt.

Informationen und Bericht von © Fernando Calvo http://terra-mystica.jimdo.com
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