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Gruselgeschichte: Es geschah an einem Wochenende.

wochenende
3.6
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Das Leben nehmen wir allzu gern für selbstverständlich. Dabei ist es keineswegs gesagt, dass wir lange leben oder uns ein schmerzloser Abgang beschert wird. Ebenso ist der Abschied, den wir von unseren Mitmenschen nehmen oft auf die leichte Schulter genommen. Wir gehen davon aus, dass wir alle am nächsten morgen, früher oder später uns wiedersehen werden. Keiner denkt jemals darüber nach, ob der Abschied nicht für immer sein würde.

Wie ebend gesagt, geschah es an einem Wochenende. Damals war ich noch sehr jung, gerade einmal siebzehn Jahre alt, als ich abermals an einem Wochenende bei meinem Bruder war. Wir wollten ins Kino gehen. Mein Vater fuhr mich zu der Wohnung meines Bruders und dessen Frau, meiner Schwägerin, und einige Freunde waren auch schon anwesend. An diesem Abend, war das Kino nur mäßig besucht. Was kein Wunder war, denn es kam eine Neuauflage der alten Star Wars Filme. Man hatte einige Szenen hinzugefügt und ebend deswegen, lockte man die Leute damit erneut ins Kino, um sich einen alten Film anzusehen.

Wie dem auch sei, es war ein recht unterhaltsamer Abend. Und wir gingen anschließend noch in den Stock, einer lokalen Kneipe wo auch Jugendliche eintreten konnten, wenn es noch keine 23:00 Uhr war. Ein kleiner Geheimtipp meiner Heimatstadt. Der Abend wurde erst danach zum Schrecken, der mich mein restliches Leben für immer begleiten sollte. Gegen Mitternacht verließen wir wieder die Kneipe und machten uns auf dem Heimweg. Die Stimmung war immer noch ausgelassen.

Da wir mehr als 8 Leute waren, reißten wir in zwei Autos, sodass eine Gruppe von uns die Wohnung meines Bruders und meiner Schwägerin als erstes erreichten. Ich gehörte zur zweiten Gruppe. Als wir die Wohnung erreichten, sagten die bereits Anwesenden, dass das Telefon geklingelt hätte. Wer nach Mitternacht anruft, der musste schon einen triftigen Grund dafür gehabt haben. Ich wusste bis heute nicht wieso, doch instinktiv nahm ich den Hörer auf und wählte die Nummer meiner Eltern. Es war die richtige Nummer.

Meine Mutter war am Apparat und sagte mir mit ernster Stimme, dass ich so schnell wie möglich nach Hause kommen sollte. Sie könnte es nicht am Telefon sagen, ich sollte mit meinem Bruder persönlich bei Ihr sein. Die Wohnung meiner Eltern war nicht weit entfernt. Es waren vielleicht nur zehn Minuten Autofahrt und die Straßen waren leer gefegt an diesem Abend. Dennoch kam es mir so vor, als wenn diese Fahrt nie zu enden schien.

Als wir endlich am Haus meiner Eltern angekommen waren, öffnete meine Mutter die Türe und führte mich herein. Meine Schwester, war mit ihrem Freund anwesend. In deren Augen lag endlose Trauer. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich schon erahnen was passiert war. Ich setze mich und meine Mutter sagte diesen einen Satz, der wie ein Donnerknall in meine Seele eindrang.

„Dein Vater ist tot“.

Der Abschied von einem geliebten Menschen, den man über alles geliebt hat, hinterlässt tiefe Narben die man nie ganz verdrängen kann. Wenn gleich der Tod allgegenwärtig ist und ein Bestandteil unseres Lebens ist, denken wir immer daran, dass dieser Tag an dem der Tod seine Ernte einholt, noch in weiter Ferne ist.

Jetzt wirst du dich fragen mein werter Hörer, was daran eine Creepypasta sein sollte. Die Frage ist durchaus berechtigt, denn ich habe bisher nur etwas beschrieben, was an jenem Abend passiert ist, oder?

Im nachhinein berichtete unsere Mutter, wie der letzte Abend mit meinem Vater verlaufen war. Sie machten sich beide auf ins Bett zu gehen, meist war dies immer so gegen 23:00 Uhr. Am Wochenende sahen sie dann meist immer etwas Fern, vom Bett aus, denn das Schlafzimmer beherbergte einen kleinen Fernseher. Es mochte etwas später gewesen sein, als mein Vater sich über Schmerzen in der Brust beschwerte und meiner Mutter offenbarte, dass ihm schlecht wurde.

Die fragte nach und bekam aber weiter keine Antwort von ihm. Mit einem unguten Gefühl, lief sie dann ins Erdgeschoss, dort wo unser Telefonapparat zu finden war und verständigte den Notarzt. Da sie nicht untätig herumstehen wollte, ging sie wieder ins Schlafzimmer hoch und sprach meinen Vater erneut an. Aus dem halbdunklen Schlafzimmer, dass lediglich vom Flackern des Fernsehers erhellt wurde, kam eine klare und schon merkwürdige ruhige Antwort von meinem Vater zurück:

„Es ist alles in ordnung“.

Auf eine weitere Nachfrage meiner Mutter, kam keine weitere Antwort, nur noch Stille. Viel Zeit zum Überlegen hatte meine Mutter nicht, denn es klingelte schon energisch an unserer Haustür. Der Notarzt war gekommen. Sie versuchten es noch 15 Minuten lang meinen Vater wiederzubeleben, doch alle notärztliche Hilfe kam zu spät. Mein Vater hatte diese Welt schon längst verlassen.

Er kam nicht noch einmal ins Leben zurück. Was war jetzt das Unheimliche oder Verwunderliche. Es war dieser eine Satz, den er auf die Frage meiner Mutter hin beantwortete, wahrscheinlich schon im Übergang zum Tode;

Es ist alles in ordnung.

Author dieser Creepypasta: Torbens Fotofabrik
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