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Gruselgeschichte: The black Geck

The black Geek
4.5
(67)

Mord! – So stand es in den Zeitungen von Liverpool. Es war schon die dritte Nacht in Folge, in der Leichen mit abgetrennten Köpfen in den Außenbezirken der Hafenstadt gefunden wurden. Das Merkwürdige daran war, dass seit einigen Wochen ein neuer Zirkus in der Stadt gastierte. Seit der Zirkus die Zelte aufgeschlagen hatte, schien die Mordserie begonnen zu haben. Doch die Polizeibeamten, die mit dem Fall betraut waren, konnten unter den Zirkusleuten keinen finden, der einen Verdacht gerechtfertigt hätte. Es gab zu wenig Spuren und Indizien, um einen konkreten Ermittlungsansatz zu finden. So ließ man vorerst die Künstler in Ruhe und ermittelte in anderen Gegenden – doch die Mordserie schien kein Ende zu finden. Selbst unter den Darstellern verdächtigte beinahe jeder jeden.

Justin war ein junger Mann, Anfang Zwanzig, der sein Geld mit der Darstellung eines schwarzweißen Clowns bei einem kleinen Zirkus verdiente. Er war allerdings nicht mehr als ein sogenannter Pausenclown, denn zu seinen Aufgaben gehörte es nicht nur, eine komische Nummer abzuziehen, sondern auch die nächste Attraktion anzukündigen. Meist war er es auch, der als Letztes die Manege verließ.

An diesem Abend ging er abermals gefrustet zu seinem Wohnwagen. Die Mordserie in Liverpool wollte einfach kein Ende nehmen. Es sprach zwar keiner aus, doch alle fürchteten, dass der Zirkus damit etwas zu tun hatte. Besonders aber fiel der Verdacht auf Justin, der die misstrauischen Blicke der anderen nicht mehr ertragen konnte. Da er alles für seine Mitmenschen getan hatte, verspürte er eine gewisse Aggression, als er immer mehr Bestätigung dafür fand, dass der Verdacht auf ihn gefallen war.

Justin redete, wie schon so oft, mit sich selbst: „Weiß selbst nicht, wie lange ich das noch mit den anderen aushalte. Immer wieder diese verächtlichen Blicke, und keiner scheint mir mehr zu vertrauen. Zum Glück merken die Gäste nichts davon und ich kann meine Nummer in der Manege ungestört fortsetzen. Justin! – was hast Du dir dabei nur gedacht, beim Zirkus anzufangen?“

Plötzlich vernahm Justin eine ihm vertraute Stimme: „Hey Justin! Würdest Du dich bitte zu uns gesellen?“

Es war der Direktor. Der etwas zu groß gewachsene Mann mit verdrehtem Schnauzbart musterte ihn ein wenig streng und der Clown konnte schon erahnen, was jetzt folgen würde. In der letzten Zeit gab es diese Art von Gesprächen schon häufiger.

„Was… was gibt es denn, Direktor?“, fragte Justin nervös.

„Das wollten wir dich fragen, Justin. Du redest mehr mit dir selbst als mit uns. Deine Show heute war nicht dein übliches Niveau und auch sonst machst du eher den Eindruck, als wenn du dich bei uns nicht wohlfühlen würdest“, entgegnete ihm der Direktor.

Tom, der Löwenbändiger, kam hinzu. Auch er warf einen eher verächtlichen Blick zu Justin, der noch immer dabei war, das zu verdauen, was ihm der Direktor gerade gesagt hatte.

„Du bist, seitdem wir in dieser Stadt sind, mehr als merkwürdig.“

„Das musst Du gerade sagen, Tom. Spiele lieber mit deinen Löwen weiter rum und belästige mich nicht weiter…“

In Justins Stimme lag eine Wut, die sich schon seit Tagen angestaut hatte. Bevor er diesen Satz beendet hatte, konnte man schon die dicke Luft förmlich spüren, die alle Anwesenden umgab. Sally, die kleine Akrobatin, legte sanft ihre Hand auf Justins Arm und blickte ihn liebevoll an.

„Justin – bitte! Wir machen uns eben Sorgen um dich – besonders ich. Du redest kaum noch mit uns, und wenn die Show vorbei ist, gehst du immer schnell zu deinem Wohnwagen und redest mit keinem.“

„Seit wir in dieser Stadt sind, hört man von diesen Morden und ich ahne doch schon, dass ihr mich dabei verdächtigt, etwas damit zu tun zu haben!“, warf der Clown vorwurfsvoll ein. Dies veranlasste den Direktor dazu, den Ton zu verschärfen:

„Es reicht, Justin. Ja, uns allen ist das sehr unangenehm. Die Polizei war bei mir und Tom – Sally haben sie auch befragt und morgen werden sie wahrscheinlich noch die Dressurreiter belästigen mit ihren Fragen. Da du erst im letzten Sommer zu uns gekommen bist und dich recht merkwürdig verhältst, fragten wir uns, ob nicht doch was…“

Der Direktor konnte den Satz nicht mehr beenden, denn Justin fuhr ihm über die Lippen – die Situation war für den Pausenclown mehr als nur unangenehm – innerlich kochte er vor Empörung und kam sich vor, als wenn man ihn vor Gericht stellen würde.

„Meine Güte! Ich will einfach meinen Job als Clown und Ansager machen – ist das so schwer zu verstehen?! Ok – ich bin ein wenig verschlossen, doch das liegt mehr daran, weil ich euch noch nicht so gut kenne – Sally ist die Einzige hier, die mich ab und an in meinem Wohnwagen besucht hat…“

Tom grinste und wollte Justin aus der Reserve locken:

„..und was habt ihr dann im Wohnwagen gemacht?“, wollte er wissen.

„Das geht dich einen Scheißdreck an. Musst du nicht wieder einer deiner Löwinnen schwängern?!“

In diesem Moment platzte dem Direktor der Kragen. Als Tom seinen Spott über Justin kaum noch verbergen konnte, erhob er mahnend die Hand und blickte dabei beharrlich in die weit aufgerissenen Augen seines schwarzweißen Clowns.

„Noch so ein Spruch, Justin, und du kannst gleich deine Koffer packen und dir einen neuen Job suchen! Haben wir uns verstanden?! Tom macht, wie Du, einen harten Job hier und er ist schon länger hier als Du.“

Etwas ruhiger entgegnete Justin:

„Ja, sie haben Recht, Direktor. Es tut mir leid, ok?“

Siegessicher baute sich Tom vor dem Clown auf. In seinem Gesicht konnte man einen Anflug von Arroganz erblicken:

„Das genügt mir. Ich bin dann mal wieder in den Ställen – ABER um sie sauber zu machen, und nicht das zu tun, was Justin hier meinte.“

Sally lachte auf: „Habe Spaß dabei, Tom, und grüße die Löwin von mir!“

„Das war nicht nötig Sally. Ich…“, sagte der Direktor vorwurfsvoll. Sally hingegen winkte mit einem hämischen Lächeln ab:

„Ach was. Der Tom kann Spaß verstehen, und ich denke, Justin braucht jetzt erst einmal seine Ruhe. Die Sache mit den kopflosen Leichen macht uns alle ein wenig fertig – da kann Entspannung wohl nicht schaden.“

„Ok, ihr Beiden. Wir sehen uns morgen früh.“ Mit diesen Worten machte der Direktor auf dem Absatz kehrt und ging in Richtung Hauptzelt, wahrscheinlich um noch einmal nach dem Rechten zu sehen, wie jeden Abend.

Nach diesem erhitzen Gespräch mit Tom und dem Direktor machte sich Justin auf, seinen Wohnwagen zu erreichen. Seine Begleitung war die kleine Akrobatin Sally, die in den letzten Wochen seine einzige Vertraute war. Wenn die Anderen oft spöttisch über Justin lästerten, war sie es, die dem Einhalt gebot. Sie war gerade einmal ein Meter sechzig groß und hatte feuerrote Haare, doch bei den Männern konnte sie sich durchsetzen. Justin mochte Sally sehr – sie war freundlich, hilfsbereit und vor allem ehrlich.

Als die Beiden den Wohnwagen erreicht hatten, machte Justin erst einmal einen Tee – Sally nahm Platz und betrachtete die alten Fotos, die im Wohnwagen an der Wand hingen.

„Waren deine Eltern auch Darsteller in einem Zirkus?“

„Was?… hmm nein, – doch mein Onkel war Clown in einem Kabarett-Theater. Das sind Aufnahmen von meinem Onkel“, erklärte Justin beiläufig, während er die Kanne Tee vom Herd nahm.

Sally fuhr fort: „Interessant. Warum wolltest Du eigentlich zum Zirkus?“

Justin nippte an seine Tasse und rollte genervt dabei seine Augen: „Sally? Muss dieser Smalltalk sein? Ich habe derweil andere Dinge im Kopf.“

„Ich verstehe. Es hat mit den Morden zu tun, nicht wahr?“, wollte Sally wissen.

„Seit der Zirkus hier in Liverpool ist, hören wir immer wieder im Radio von den kopflosen Leichen. Die Zeitungen sind auch schon voll davon. Die Anderen sehen mich immer so an, als wenn ich was damit zu tun hätte. Der Direktor verdächtigt mich, der Mörder zu sein.“

„Ich versuche es ihm immer wieder auszureden. Du kannst es einfach nicht sein!“

Leicht verträumt blickte Justin die aufrichtigen Augen der kleinen Akrobatin. „Das weiß ich zu schätzen – danke dir.“

Sally lächelte und versuchte ihrer Stimme einen aufmunternden Ton zu verleihen: „Hey, dafür bin ich doch da. Solange diese Morde allerdings weitergehen, können wir hier nicht weg. Das ist schon etwas ermüdend. Stelle dir mal vor, die Vorstellungen würden nicht mehr besucht werden, weil alle in der Stadt die Show schon kennen.“

„Ich weiß, Sally. Deswegen denke ich, ist es das Beste, dass ich von hier verschwinde“, platzte es aus dem Mund des Clowns heraus. Sally war erstaunt und mehr als überrascht.

„Was?!“

„Ich will hier weg! Die Anderen misstrauen mir – außer Dir. Ich kann so nicht weiter der spaßige Clown sein, der in der Manege die nächste Nummer ankündigt. Ich verlerne so mein Lachen und den Spaß an der Sache.“

Sie dachte über das Gehörte nach und erwiderte entschlossen: „Das kann ich verstehen. Doch wenn du gehst, dann möchte ich mit dir gehen.“

„Das würdest du tun?“, fragte der Pausenclown perplex.

„Für dich?! Immer – vielleicht finden wir einen anderen Zirkus. Ich bin noch jung und Du bist es auch. Wir finden sicher was Anderes.“

„Das wäre fein… Ich… hmmmm…“, Justins Augen weiteten sich und er begann sich an die Brust zu fassen. Sally blickte besorgt ihr Gegenüber an – die Stimmung verwandelte sich in Sekundenbruchteilen von Zärtlichkeit zu alarmierender Besorgnis.

„Was ist, Justin? Geht es dir nicht gut?“

„Verdammt… Irgendetwas… es brennt! ES TUT SO… WEEEEH!“ – schrie Justin schmerzerfüllt, dabei stieß er die Kanne Tee vom Tisch, sodass der Teppich mit dem schwarzen Tee besudelt wurde. Sally bekam es mit der Panik zu tun. Sie versuchte allerdings noch die Fassung zu wahren und wollte Justin helfend zu Seite stehen.

„Großer Gott! Was ist mit dir?! JUSTIN!“, schrie sie entsetzt.

„Es ist! ES IST!… AHHHHHHRRRRR“ – ein letzter Aufschrei. Ein kurzes Röcheln und dann Stille. Sally blickte besorgt zum Clown hinüber, der nun auf dem Boden kauerte.

„Justin?… hey…“

„Hier ist kein Justin…“, sagte eine hellere Stimme, die Justins Stimme zu gleichen schien. „BUUUH!“

Sally erschrak. Sie wich voller Angst zurück. „AHHH! Was ist hier los?!“, rief sie voller Entsetzen.

„Alles, was nicht fest ist. Hahahahaha!“, entgegnete die unheimliche, verrückt wirkende Stimme.

In diesem Moment sah die kleine Akrobatin in die Augen von Justin. Sie wirkten auf monströse Weise verändert. Das Weiße in den Augen war vollkommen verschwunden, sodass sie nur noch in die ausdruckslose Schwärze sehen konnte. Die Augen hatten nun etwas Dämonisches. Es machte Sally Angst, den Clown, der ihr immer ein guter Freund war, so zu sehen.

„Deine Augen! Was ist mit deinen Augen?!“, fragte sie voller Fassungslosigkeit.

„Schau mir in die Augen, Kleines! Hahahahaha!“, ertönte es aus dem Munde des düsteren Clowns. „Man, was für ein Spaß in den Backen. Da könnte ich doch gleich mein Küchenmesser nehmen und…“

„Was hast Du vor, Justin? NEIN! Stecke das Messer wieder weg! Bitte!“, Justin – oder vielmehr der Schatten seines Selbst, verändert, mordlüstern und finster, nahm sich ein langes Küchenmesser und schritt langsam auf Sally zu. Dabei offenbarte er ein breites und siegessicheres Grinsen.

„Was höre ich da!? Ist das – ANGST!!!!???? – Was für ein wunderbarer Hals das ist. Noch dazu ein so wohlgeformter Kopf. Ich liiiiiiiebe Köpfe! Das wird mir ein Fest sein! Hahahahaha!“

Sally wollte schreien. Doch Justin, der nunmehr einem düsteren Killerclown glich, rammte ihr das Messer in die Kehle, sodass ihr Schreie in ein Gurgeln übergingen. Das Letzte, das sie sah, waren die rabenschwarzen Augen, die sie unentwegt anstarrten, es waren Augen eines Monsters – eines mordlüsternen Monsters. Danach folgte Stille – endlose Stille.

AKT 02
Blut verteilte sich im Wohnwagen. Der Killer-Clown sah sich um und schüttelte dabei übertrieben seinen Kopf:

„Warum müssen Frauen immer so schreien? Was für eine Sauerei ich hier angerichtet habe. Nicht zu fassen. Ich glaube, ich brauche einen neuen Wohnwagen.“

Die Wohnwagentür öffnete sich und kurze Augenblicke später kam das Gesicht des Direktors zum Vorschein:

„Was ist das hier für ein Lärm?! Justin?! – oh mein Gott!“ Voller Abscheu sah der Direktor das Blut auf dem Fußboden des Wohnwagens. Inmitten dieser abscheulichen Szenerie lag die Leiche der kleinen Akrobatin. Dahinterstehend, noch immer das Messer in der Hand, grinsend Justin, dessen schwarze Augen nun den Direktor fixierten.

„Oh, Direktorchen. Na, Ihren Kopf muss ich mir auch mal genauer ansehen! Hahahahahah!“

„Was?! Was ist mit deinen Augen?… AAAAAAAHHHH!“, ein kurzer Schrei – mehr konnte der Direktor nicht mehr hervorbringen, bevor ihn die erlösende Schwärze umgab. Leblos sackte sein erschlaffter Körper zu Boden.

Nun waren zwei weitere Menschen tot. Justin leckte das Blut des Direktors von der Klinge des Küchenmessers, nachdem er den Kopf abgetrennt hatte. Er vergewisserte sich noch einmal, dass niemand etwas mitbekommen hatte, und lief dann zum angrenzenden Wald, wo er, oder besser gesagt, wo sein anderes Ich einen Überseekoffer vergraben hatte. Dahinein legte er die zwei neuen Köpfe von Sally und dem Direktor und verschloss ihn wieder. Danach nahm er seinen übergroßen Spaßhammer, den er bei all seinen Auftritten mitgeführt hatte, in die Hand und zog in die Ferne – zu einer Höhle, die unterhalb der Stadt lag. Hier war schon seit Ewigkeiten keine Menschenseele mehr zu finden. Ein kleiner Bach sprudelte in der Nähe einsam und beständig seinen Weg. Hier konnte der Killerclown ungestört weiterleben, wenn man von Leben überhaupt noch sprechen konnte.

„Was für ein beschissener Job. Hoffe nur, ich habe nun ein paar anständige Köpfe dabei. Was ist mit diesem hier? Hmmm, neee. Vielleicht der hier? Hmmmm, auch nicht… Aha, aber der hier nun…hmmm, verdammte Scheiße! War wohl wieder nichts Besonderes dabei.“

Gelangweilt und angewidert ließ Justin Kopf für Kopf wieder in den Koffer fallen. Der Geist des Killer-Clowns gestattete jetzt einige Augenblicke, indem Justin wieder zu Bewusstsein kam.

„Verdammt, was tue ich hier? Woher kommt all das Blut?! Mein Gott! Wo bin ich hier?“, sagte die nun wieder normalisierte Stimme des jungen Clowns.

Abermals verfinsterten sich die Augen von Justin und er begann wieder mit der hellen Stimme des düsteren Clowns zu sprechen.

„In meinem Reich, du Armseliger. Hahahaha!“

Erneut Justin mit normaler Stimme: „Was? Wie komme ich hierher? Was ist das für ein Koffer? Verdammt! Was machen die ganzen Köpfe darin? Ich…“

„Jetzt mache mir bloß nicht schlapp, mein Kleiner. Wir haben noch viel vor uns. Ich habe noch immer nicht den richtigen Kopf gefunden!“

Inzwischen wechselten sich die beiden Seelen im Körper von Justin immer und fortwährend ab. Während Justin mehr und mehr dem Wahnsinn verfiel, belustigte es den Killer-Clown mit steigender Euphorie.

„Ich glaube ich muss mich übergeben!“, überkam es Justin.

„Jetzt komm schon! Reiß dich zusammen! Ich bin der Kopf und du bist der Arm. Hahahaha!“

„Wie bitte?! Noch bin ich Justin! Ich habe die Kontrolle…“, entrüstete sich der gute Clown.

Doch der böse Clown unterbrach ihr schroff und fing an, seine Situation zu erklären.

„Einen Dreck hast Du! Ich habe euren kleinen Zirkus bemerkt, seitdem ihr in Liverpool angekommen seid. Du warst dabei der geeignete Wirt für meine Suche nach einem geeigneten Kopf.“

Justin erforschte seine Gedanken und kam dabei zu einer schrecklichen Erkenntnis:

„Oh nein… dann habe ich wirklich die Morde begangen?“

„Ich fürchte ja, Kleiner! Hahahahaha – schade, dass du den ganzen Spaß nicht mitbekommen hast. Ich konnte nur Nachts auf Beutetour gehen, wenn du geschlafen hast.“

Der Blick fiel auf einen Kopf im Koffer, der erst vor kurzem abgeschlagen wurde. Es war der Kopf der kleinen Akrobatin.

„Das ist Sallys Kopf da?! Warum?! Wieso?“

Wiederholt übernahm nun wieder der Geist des Killer-Clowns die Kontrolle über Justin und erklärte:

„Leider ist ihr Kopf auch nicht passend für mich. Justin – ich will dir mal was Endgeiles verraten *kichern* – ich bin ein Geist. Ein Mörder, den man zum Tode verurteilt hat. Man enthauptete mich und warf meinen Kopf ins Meer. Meinen Körper jedoch vergrub man auf irgendeinen Acker vor der Stadt. Es war mehr als erstaunlich, dass zufällig eure Gauklertruppe dort ihre Zelte aufgeschlagen hat.“

„Dann ist es wahr… ich war für die Morde in der Stadt verantwortlich.“

Sarkastisch und mit einem Gefühl der falschen Zuneigung entgegnete der Killer-Clown ihm:

„Echt traurig, nicht wahr? Ach, komm schon, kleiner Junge! Ich suchte mir eben denjenigen aus, den ich befallen konnte, der nicht so sonderlich mit den anderen deiner Zunft klarkommt. Mit anderen Worten, Du warst perfekt dafür.“

„Blut an meinen Händen. Blut im Koffer. Du brauchst Köpfe? Aber warum?“, der Anblick des ganzen Blutes erregte Abscheu in Justins Gemüt.

„Wenn ich einen passenden gefunden habe, dann kann mein Geist endlich ruhen und ich komme in eine andere Welt. Diese hier bereitet mir nur noch Rastlosigkeit. Es ist anstrengend, als Geist zwischen den Welten zu existieren. Keiner will dich wirklich annehmen. Aber wem erzähle ich das?! Du bist selbst ein Außenseiter, oder?“

„Ja, ich bin ein Außenseiter – jetzt mehr als denn je. Wenn Du den Kopf gefunden hast, wirst Du mich wieder freigeben?“ – es schien so, als wenn Justin sich wieder gefangen hätte, denn den letzten Teil des Satzes fragte er fordernd und auf Antwort vom bösen Geist wartend.

„Mein Ehrenwort,“ sagte der Killer Clown energisch lachend, „das Wort eines Clowns hat immer Gewicht! Hahahahaha!“

„Na dann – Es gibt noch jede Menge Köpfe da draußen“, begann Justin den Satz. „– und wir haben so wenig Zeit!“, beendete der Killerclown eben diesen.

Ein irres Gelächter schallte durch die engen Gänge der einsamen Höhle. Es war das abnorme Lachen eines herkömmlichen Menschen und dessen fremden Geistes, die sich nun beide aufmachten, gemeinsam Köpfe zu jagen, bis sie den richtigen gefunden haben.

ENDE

CC-BY-SA 4.0 | Geschrieben von unseren Mitglied Bunnytorbensfotofabrik.de
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