Gruselgeschichte: R.A.K.E.

3
(1)

Zurück

Nächste Gruselgeschichte


Gruselgeschichte - R.A.K.E.

Ich weiß nicht so recht wo ich anfangen soll, deswegen könnte mein Bericht etwas unstrukturiert wirken.

Ich versuche das, was ich an jenem Tag gesehen habe, so gut wie möglich wiederzugeben:

Um meine Situation zu verstehen:

Ich bin seit kurzem Jäger und darf das Revier meines Onkels benutzen, welches er sich mit zwei weiteren Freunden teilt.

Das ganze Leben als Jäger ist wesentlich unspektakulärer, als man es sich als Außenstehender vorstellen mag.

Habe schon oft davon gehört, dass man in den Wald gehen würde und sich dann nur noch von Beeren und rohem Fleisch ernährt, genauso wie Geschichten von irgendwelchen Leuten die angeblich mit Maschinengewehren zur Jagd gehen … Das ist Unsinn …

Nunja, aber im Grunde friert man sich im Winter das Gesäß ab um dann einmal pro Monat überhaupt was zu sehen, was annähernd wie … beispielsweise ein Rothirsch aussieht … und durch die Jagdzeiten ist nicht einmal gewährleistet, dass man ihn überhaupt schießen darf.

Okay, ich schweife ab.

Seit gut fünf Tagen ging ich damals regelmäßig in den Wald.

Immer so gegen gut halb Vier nachmittags und blieb bis ungefähr 21:00 Uhr auf dem Hochsitz, manchmal auch länger, das war von den Lichtverhältnissen abhängig.

Und jetzt, am Freitag geschah es.

Etwas nach dem „letzten Büchsenlicht“, wie man es bei uns nennt, also Sonnenuntergang verließ ich meinen Stand – selbstverständlich wieder einmal erfolglos, um mich auf den Heimweg zu machen.

Ich hatte eigentlich den ganzen Abend nichts gehört oder gesehen, doch als ich gerade von der letzten Leiterstufe trat, höhrte ich ein Knacken in einem nahegelegenem, von der Dunkelheit aber in Schwarz gehüllten Busch. Ungefähr sieben Schritt entfernt.

Zunächst dachte ich an ein schlichtes Wildschwein, welches nach Nahrung suchte.

Allerdings wollte ich es wegen der Tageszeit ohnehin nicht mehr schießen, also ließ ich mein Gewehr gesichert und entlud … dabei versuchte ich nur rasch einen Blick von dem zu erhaschen, was das Geräusch ausgelöst hatte.

Tatsächlich, da war etwas im Gebüsch, aber ich konnte einfach nicht erkennen, was genau es war –

Also beließ ich es dabei.

„Waidmannsheil“ flüsterte ich scherzeshalber anerkennend und drehte mich um, in Richtung meines Fahrzeuges.

Ich glaube nach etwa eineinhalb Minuten Marsch vernahm ich ein erneutes Rascheln.

Verärgert nahm ich die Büchse von der Schulter und repetierte,

normalerweise reichte das mit Leichtigkeit aus, um jegliches Wild in näherer Umgebung zu vertreiben, einfach weil es das Geräusch kennt … und nicht besonders mag.

Doch das Rascheln hörte nicht auf, im Gegenteil, es wurde lauter … kam näher und ich bekam es ein wenig mit der Angst zu tun – Hätte ich damals gewusst, womit ich es zu tun hatte … wäre ich gerannt.

Dummerweise hielt ich den Geräuscherzeuger weiterhin für ein Wildschwein.

Zwar konnten auch diese Tiere einem Menschen sehr gefährlich werden, jedoch vermutete ich keinen unbegründeten Angriff … ich habe geglaubt, dass das Tier in etwa das gleiche von mir dachte.

Das Rascheln verstummte in etwas von sechs Schritt Entfernung.

Ich konnte nicht ausmachen was sich dort, im Gebüsch, versteckt hielt und obwohl ich eigentlich kein ängstlicher Mensch bin, zog ich dann vorsichtshalber doch meine Pistole.

Kleinkaliber, aber mit relativ großem Magazin und, rechtmäßig, immer geladen – zur Selbstverteidigung.

Ich habe meinen Gang dann fortgesetzt, fühlte mich sogar ein wenig sicherer und kam schließlich am Auto an.

Es war inzwischen 21:23 Uhr und ziemlich dunkel, als ich den Kofferraum öffnete, um mein Gewehr zu verstauen.

Ich schloss ihn und wollte einsteigen …

doch hielt angespannt inne, als dieses verdammte Geräusch wieder da war.

Mit dem Rücken zum Jeep tasteten sich meine Finger in Richtung Griff und öffneten leicht die Tür.

Ich sah mich um, nach einer Zeit war das Geräusch erneut verstummt.

„..:Ist da Irgendwer?“, fragte ich in die Dunkelheit.

Keine Antwort … wie in einem dieser Horrorfilme.

Ich starrte über den Feldweg in den Wald, irgendetwas musste doch diese Geräusche verursachen,

aber verdammt da war nichts!

Kennt ihr das, wenn ihr ein Bild anguckt, und euch ganz plötzlich etwas Schreckliches an diesem auffällt ..?

Ich erkannte „Es“, dort, bei den Fichten hockend.

Der Leib ganz weiß und mit diesen unglaublich großen Augen starrte es mich an und mein Körper gefror schlagartig.

Die Schultern bewegten sich vom Atmen auf und ab, Speichel lief in großen Mengen aus seinem Maul.

Noch nie in meinem gesamten Leben habe ich so eine große Angst verspürt, Sekunden wurden zu Stunden

und …

dann brach es aus dem Gebüsch, auf mich los, es schrie schrill, riß seinen rechten Arm in die Luft um mich zu treffen – Erst dann erkannte ich, dass das Wesen sich bereits in der Luft befand – auf mich zuspringend.

Die mächtige Pranke traf mich an der linken Schulter und ich wurde glatte drei Meter vom

Geländewagen weggeschleudert.

„Scheiße! Was verdammt bist du?!“ Schrie ich es im Liegen an, die Pistole auf seinen Körper gerichtet.

Langsam kam es auf allen Vieren auf mich zu, mit den Worten: „Ich … bin der Rake!“

Meine Augen weiteten sich, ich erwartete um Himmels Willen keine Antwort, doch es sprach und kam auf mich zu!

Ich feuerte drei Schuss ab, doch sie bewirkten nichts.

Abermals schrie es schrill und sprang auf mich zu, doch konnte ich mich aufrappeln und entweichen.

Ich rannte so schnell es mir möglich war zum Auto, riß die Tür auf und drehte den Zündschlüssel um.

Es sprang auf die Motorhaube und seine Finger hinterließen tiefe Kratzer in der Windschutzscheibe.

„HAU AB!“, schrie ich den Rückwärtsgang einlegend „HAU AB!“. Ich weiß nicht mal ob ich ihn oder mich meinte.

Bei der Abzweigung auf die selten befahrene Bundesstraße sprang es vom Jeep, den ich abwürgte, als ich die Kupplung in meiner Panik viel zu schnell kommen ließ.

Es hockte eine Weile im Scheinwerferlicht, während ich verzweifelt versuchte, mein Gefährt wieder zum Laufen zu bringen.

Schließlich sprang der Motor wieder an und ich raste davon.

Lizenz: CC-BY-SA. Diese Gruselgeschichte stammt von: creepypasta.fandom.com


 

Wie gefällt dir das ?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 3 / 5. Anzahl Bewertungen: 1

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Zurück

Nächste Gruselgeschichte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.