Gruselgeschichte: Die finstere Kirche

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Gruselgeschichte - Die finstere Kirche

Kategorie: Kreaturen, Dämonen

Mein Cousin und ich waren ein Herz und eine Seele, auch wenn wir weit voneinander entfernt wohnten, blieben wir ständig im engen Kontakt. Wir verbrachten die Sommerferien immer zusammen. Entweder besuchte er mich in meiner Großstadt oder ich ihn auf seinem kleinen Dorf. Miguel war die lustigste, netteste und Abenteuer lustigste Person die ich kenne. Immer wenn ich bei ihm war, verbrachten wir die Zeit mit Abenteuern und Erkundungen. Zusammen sind wir in unserer eigenen Welt gewesen.

Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, als wir den großen Hecht aus seinem Gartenteich fangen wollten. Und zum Schluss stellte sich heraus, dass alles nur eine Legende war, welche mein Onkel ihm erzählt hatte. Jedes Mal am letzten Tag vor den Sommerferien war ich voller Vorfreude, als ich nur an die gemeinsame Zeit dachte. Genauso wie an jenem Abend, als ich wie immer auf meinem Bett am Laptop saß und mir eine Serie auf Netflix anschaute.

Plötzlich bemerkte ich den vertrauten Klingelton meines Handys neben mir auf der Kommode. Es war ein Anruf von Miguel. Yo, yo, was geht bei dir? Was wohl? Hast du mal aufs Datum geschaut? Morgen sind Sommerferien und du weißt, was das bedeutet, oder? Ja, deswegen rufe ich dich hier an, du Schlaumeier. Yo, sorry, du Model. Schon was geplant für den Sommer? Au Ja, jede Menge, jede Menge Stadtkind. Alter das wird so Geil man. Ich glaube, ich sollte mich aber auch mal in die Kiste schmeißen. Morgen gibt’s schließlich noch Zeugnisse? Das letzte Mal früh aufstehen.

Man, bin ich froh. Oh ja, ich auch man. Bis morgen Alter, ich freue mich schon. Ich mich auch, das wird wieder legendär. Danach legte er auf. Die Vorfreude war nur noch größer, als sie es ohnehin schon gewesen ist. Und ich schaffte es nur schwer einzuschlafen. Am nächsten Morgen wurde ich dann von den ersten warmen Sonnenstrahlen, die sanft durch das Fenster in mein Zimmer eindrangen, geweckt. Ich wusste instinktiv, dass es nur noch dieser Schultag war, bevor es endlich losgehen konnte.

Sofort stand ich auf und lief ins Bad, um mich fertig zu machen. Meine Gefühle sprudelten zu diesem Zeitpunkt fast über und das war einer der seltenen Tage, wo ich mich wirklich freute in die Schule zu gehen. Durch meine Gedanken bemerkte ich gar nicht, wie meine Mutter plötzlich hinter mir im Türrahmen stand und etwas verschlafen flüsterte. Na, schon gespannt mein Großer. Ich glaube, dass diese Ferien was ganz besonderes für euch werden. Ich hingegen konnte ihr nur zur Hälfte zuhören, weil ich schon spät dran war und Angst hatte, den Zug zu verpassen und nickte ihr nur freundlich zu.

Im Anschluss packte ich meine Schultasche und stürmte durch die Tür an ihr vorbei. Die Schule zog sich wirklich lang, bis wir endlich unsere Zeugnisse bekamen. Doch das machte mir nichts. In meinem Kopf, schwebten hunderte Fragen umher. Somit konnte ich zumindest das nervige Gequatsche von Harvester Meyer ein wenig überspielen. Nachdem die Schule endlich vorbei war, eilte ich sofort nach Hause, um meine Sachen zu packen, damit mich meine Mutter zu Miguel fahren konnte. Zuhause angekommen fing ich an, meine Sachen zu packen.

Mein Kulturbeutel, meine Decke, mein Kissen, ein paar T-Shirts und mein Teddy Rupert durfte natürlich auch nicht fehlen. Obwohl ich schon 15 Jahre alt war, ist dieser immerhin fester Bestand meines Reisegepäck gewesen. Nachdem das erledigt war, setzten meine Mutter und ich uns nur noch ins Auto. Mein ganzer Bauch fing an zu kribbeln. Darauf habe ich mich das ganze Jahr über gefreut. Was werden wir wohl dieses Mal erleben? Plötzlich zerbrach die Stimme meiner Mutter meine Gedanken. Du freust dich bestimmt, oder mein Schatz?

Und wie, ich hoffe das wir wieder irgendetwas tolles erleben werden. Das werdet ihr bestimmt. Aber pass trotzdem auf euch auf, Okay, sagte meine Mutter mir noch. Ich nickte zwar stumm, aber ich wusste, dass ich etwas erleben wollte, was ich nie mehr vergessen werde. Und ein echter Abenteurer kann keine Rücksicht auf solche Sachen nehmen. Das spricht gegen die Vorschriften der Abenteurer. Auf der ganzen Fahrt schaute ich glücklich aus dem Fenster und döste etwas ein, als die Bäume der Allee an meinem Fenster vorbeirauschen.

Nach ein paar Stunden Fahrt wurde ich plötzlich von einer frechen Stimme aus meinem Schlaf geweckt. Hey Schlafmütze, da schaue ich ins Auto und sehe, dass mein lieber Cousin eingepennt ist. Das kannst du mir doch nicht erzählen, Mann. Schlaftrunken wachte ich langsam aber sicher auf und sah nun sein Sonnen gebräuntes Gesicht mit dem verschmitzten Lächeln auf seinen Lippen. Seine langen Haare hingen ihm wie immer fast über die Augen. Sorry man, aber der Lehrer hat so genervt, da musste ich mir eine Auszeit gönnen.

Alter, dass kann ich voll verstehen. Mein Lehrer, Herr Hofer, ist auch so ein alter Pinguin, aber ich habe ihm noch schön eine aufgestochene Tintenpatrone in sein Jackett gesteckt, flüsterte er mir leise zu, damit das meine Mutter nicht hörte. Du alter Schlawiner Du, du machst immer Sachen. Tja, Miguel, der Meister der Streiche zu ihren Diensten, mein Herr. Komm, lass uns reingehen, dass Abendessen ist schon fertig. Wir packten noch meine Sachen aus dem Auto und brachten sie hoch in sein Zimmer, bevor wir uns an den Tisch setzten.

Hey, hier hat sich schon einiges verändert, stotterte ich, als ich sein Zimmer betrachtete und überall Poster von Kreaturen an der Wand hängen sah. Ach ja, ich bin jetzt neuerdings Horror Fan geworden. Ich meine, hast du dich noch nie gefragt, ob es sowas wie Geister gibt? Eher weniger, ich hatte eigentlich immer Schiss vor sowas. Du bist doch so ein starker Bursche, Du und Angst. Egal, lass erst mal runter zum Essen. Später hast du noch genug Zeit dich einzuscheissen.

Ich fand das irgendwie gar nicht lustig, und das letzte was ich wollte ist als Schisser bezeichnet zu werden. Trotzdem war ich ziemlich froh, dass ich diese Kreaturen nicht mehr sehen musste. Mit ihren großen Klauen, mit denen sie einem locker alle Arme und Beine abreißen könnten. Beim Essen sah ich, wie Miguel mir die ganze Zeit komische Grimassen und Blicke zuwarf. Irgendwie habe ich mir zu diesem Zeitpunkt gewünscht, dass ihm sein Gesicht einfach so stehen bleibt, zur Strafe. Aber das letzte was ich wollte, war, dass er mich aufzieht.

Nach dem Essen gingen wir hoch in sein Zimmer. Und nun bemerkte ich erst jetzt, wie besessen er mittlerweile von Horror Büchern war. Überall lagen irgendwelche Bücher herum, mit gruseligen Titeln und Bildern. Eins fiel mir jedoch sofort ins Auge. Aber das war kein Buch, sondern ein Heft mit der Aufschrift „Die finstere Kirche“.

Das ist mein eigenes Horror Buch. Ich weiß nur nicht, wie es weitergehen soll, sagte er, als er sah, wie ich das Heft mit meinen Blicken fokussierte. Sie steht hier bei uns im Wald und niemand weiß das Geheimnis dieser alten, verfallenen Ruine. Ich habe das geschrieben, um die Rätsel hoffentlich aufzuklären. Okay, und wie möchtest du das machen? Ähm, hineingehen bei Nacht, antwortete er mir nur zögerlich, so als hätte er Angst. Worum geht es denn?, fragte ich ihn ziemlich interessiert und neugierig.

Also fing er an und nahm sich eine Taschenlampe. Es waren einmal drei Brüder, diese erbauten die Kirche vor langer Zeit. Kein Priester wollte dieses selbstgebaute Bauwerk jedoch einweihen, sodass die Kirche zu dem Entschluss kam, die drei zu verklagen. Gotteslästerung. Die drei brachten sich alle in derselben Nacht in der Kirche um, und der Geist ihrer Mutter sucht nachts nach ihren drei Söhnen. Dieses Gebäude wird von dämonischen Kräften beherrscht. Jeder, der diese Kirche betritt, wird von der Mutter heimgesucht und gejagt.

Ich hing nur so an seinen Lippen und bemerkte gar nicht, wie es langsam dunkel geworden ist. Ich möchte das Geheimnis klären und schauen, was sich wirklich an diesem Ort abspielt. Wir könnten uns doch heute Nacht rausschleichen und dorthin, antwortete ich entschlossen. Bist du bekloppt, Man? Nein, das geht nicht. Warum nicht? Oh!, hat der Geisterjäger etwa Angst? Ich wusste, dass Miguel das genauso wenig mochte, wenn er als Angsthase bezeichnet wird wie ich. Also stimmte er zu. Ja okay, ist ja gut.

Ich glaube, meine Eltern sind schon am Schlafen, also müssen wir uns leise verhalten, wenn wir die Treppe hinunter gehen, Okay? Wir packten uns nur noch einen Rucksack, schlichen danach wie zwei Gespenster die Treppe hinunter und mussten versuchen, die Tür so leise wie möglich zu schließen, damit seine Eltern nicht wach werden. Nur einen Schritt aus der Tür, ergab sich auch schon der finstere Wald vor unseren Füßen.

Die Bäume sahen aus wie riesige Monster, welche ihre Äste nach uns ausgestreckt hielten. Waldgeräusche und Eulenrufe, ich schluckte bevor ich den ersten Schritt beherzt ins raschelnde Laub des Waldboden setzte. Bist du dir sicher? ,flüsterte Miguel mir zu. Ich nickte einmal und nahm ihn bei der Hand. Es dauerte etwas, bis wir die Kirche erreicht hatten. Aber ich bin mir sicher, dass uns irgendetwas verfolgt haben musste. Überall waren Fußschritte zu hören, welche wie wir durch das Laub zogen.

Die Nacht war kalt und sternenklar. Unser Blick war frei. Und plötzlich sahen wir sie. Sie war riesig und sah mächtig aus. Wie eine riesige Wand aus Steinen, streckte sich die Kirche vor unseren Füßen in die Höhe. Ich weiß nicht, wer oder was mir den Mut dazu gab, jedoch wagte ich den ersten Schritt ins Innere der Kirche. Überall hingen Jesus Bilder und umgedrehte Kreuze. Mich überkam ein kalter Schauer, als ich die große Statur am Ende des Raumes sah.

Ihr Blick war kalt und schien mich zu beobachten. Die Räume waren nur so von Kälte gefüllt und wir fanden nicht viel, außer alte Schriften und Bücher. Im nächsten Augenblick, lief es mir eiskalt über den Rücken und ich wurde stocksteif, als ich jemanden von unten leise singen hörte. Die Stimme war schrill und hörte sich an wie eine Frauenstimme, als ich plötzlich aus dem Augenwinkel durch das Fenster draußen drei kleine Laternen durch den Wald schleichen sah. Der Gesang schien immer näher zu kommen.

Und nun ertönte ein dämonisches Heulen aus dem Flur der Kirche, welches sich schmerzhaft anhörte. Ich wusste, dass wir uns verstecken mussten. Instinktiv griff ich nach Miguel’s Arm und zog ihn in den Beichtstuhl. Ich selbst versteckte mich hinter der Orgel. Ich hatte es gerade noch rechtzeitig geschafft, als die Kreatur den Raum betrat. Was ich nun sah, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. In der Tür stand eine zwei Meter große Frau, welche die Haare vor ihrem Gesicht hatte und krampfhaft ein Messer in der Hand hielt.

Ihr weißes Kleid war Blut befleckt, und nun konnte ich ihr Auge sehen, dass zu mir rüber sah. Sofort fing sie an, ohrenbetäubend zu schreien und kletterte rückwärts die Wand hoch, bis sie oben an der Decke hing. Ihr Speichel tropfte von oben hinunter, auf den nun eiskalten Boden. Sie fing an zu sprechen und fragte mit tiefer, krächzender dämonischer Stimme: „Bist du mein Sohn?“

Nun konnte ich ihr ganzes Gesicht sehen. Ihr Gesicht war kreidebleich und in ihren Augen waren keine Pupillen mehr zu sehen. In dem Moment lief ich los, um Miguel aus dem Beichtstuhl zu zerren. Die Kreatur kroch schreiend die Decke entlang und rief: „Ich werde euch finden“.

Wir rannten den Wald entlang, ohne Pause. Hinter uns die Stimme dieser Kreatur. Sie schrie ununterbrochen vor Schmerz. Doch wir schafften es lebendig nach Hause. Nun sitze ich hier an Miguels Schreibtisch und nehme dies auf. Ich merke, wie sich von hinten lange schwarze Haare über meine Schultern legen, ein eisiger Atem meinen Nacken erfrieren lässt und eine klärende Stimme mir etwas ins Ohr flüstert: „Hier ist mein Sohn“.

Vertoner dieser Gruselgeschichte WorldCreepypasta | Author: Jonas Ku


 

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