Gruselgeschichte: Die Stimme unter meinem Bett

Ich weiß, dass das total bescheuert klingt, aber ich schlafe seit drei Wochen auf dem Sofa. Meine Mutter denkt, ich hätte irgendeine Phase oder so. Sie sagt immer, ich soll mich nicht so anstellen und endlich wieder in meinem Zimmer schlafen. Aber sie hat es nicht gehört.
Es fing an einem Donnerstag an. Ich weiß das noch genau, weil ich am nächsten Tag eine Mathearbeit hatte und eigentlich lernen sollte. Es war ungefähr halb zwölf. Meine Mutter war schon im Bett und mein kleiner Bruder auch. Ich lag noch mit meinem Handy im Bett und schaute Videos. Irgendwann hörte ich ein Geräusch. Kratz. Ganz leise. Ich machte das Video aus. Dann war nichts mehr. Ich dachte zuerst, dass es vielleicht eine Maus war. Unser Haus ist ziemlich alt und manchmal hört man sowieso irgendwelche Geräusche in den Wänden.
Dann kam es wieder. Kratz. Diesmal direkt unter mir. Ich setzte mich hin und schaute auf den Boden neben meinem Bett. Natürlich war da nichts. Ich leuchtete mit meinem Handy darunter. Auch nichts. Nur eine alte Socke, Staub und eine leere Chipstüte, die ich eigentlich schon vor Wochen wegwerfen wollte. Also legte ich mich wieder hin. Vielleicht zehn Minuten später hörte ich plötzlich eine Stimme. „Bist du noch wach?“
Ich schwöre, mir wurde sofort richtig kalt. Die Stimme kam von unter meinem Bett. Und das Schlimmste war: Es war die Stimme meiner Mutter. Ich sagte nichts. „Bist du noch wach?“, fragte sie noch einmal. Ganz leise. Ich wollte schon antworten, als ich draußen auf dem Flur Schritte hörte. Meine Zimmertür ging auf. Meine Mutter stand da. „Mach endlich das Handy aus“, sagte sie. „Du musst morgen früh raus.“
Ich konnte sie nur anstarren. Sie fragte, was mit mir los sei. Dann hörten wir es beide. Unter meinem Bett sagte ihre Stimme: „Mach endlich das Handy aus.“ Meine Mutter wurde sofort still. Sie schaute mich an. Dann auf mein Bett. Ich glaube, ich habe sie noch nie so schnell reagieren sehen. Sie packte meinen Arm und zog mich aus dem Zimmer. Wir gingen ins Schlafzimmer meiner Mutter und sie schloss die Tür ab. Ich fragte sie, was das gewesen war. Sie antwortete nicht. In dieser Nacht schlief keiner von uns richtig.
Am nächsten Morgen schaute mein Stiefvater unter mein Bett. Nichts. Er zog sogar das Bett von der Wand weg. Da war nichts. Meine Mutter meinte später, wir hätten uns das wahrscheinlich eingebildet. Vielleicht hätte irgendwo ein Handy oder Fernseher gelaufen. Ich wusste, dass das Quatsch war. Aber danach passierte vier Tage lang nichts.
Am Dienstag wachte ich nachts auf. Mein Zimmer war dunkel. Ich schaute auf mein Handy. 03:17 Uhr. Dann hörte ich meinen kleinen Bruder. „Kann ich bei dir schlafen?“ Seine Stimme kam wieder von unter dem Bett. Diesmal antwortete ich sofort. „Hau ab.“ Keine Ahnung, warum ich das gesagt habe. Ich hatte einfach Angst.
Unter dem Bett wurde es still. Dann hörte ich meinen Bruder im Zimmer nebenan husten. Mir wurde schlecht. Ich zog die Beine hoch, obwohl sie sowieso unter der Decke waren. Dann sagte die Stimme unter mir: „Warum darf ich nicht hochkommen?“ Ich rannte aus meinem Zimmer. Danach erzählte ich meiner Mutter alles. Sie glaubte mir diesmal. Oder zumindest tat sie so.
Wir beschlossen, mein Bett abzubauen. Mein Stiefvater war genervt, aber am Samstag nahm er den Akkuschrauber und fing an. Als die Matratze weg war, sahen wir etwas auf dem Holzrahmen. Auf der Unterseite waren Kratzer. Sehr viele. Immer vier nebeneinander. Als hätte jemand mit Fingernägeln daran gekratzt. Mein Stiefvater sagte, das Holz wäre wahrscheinlich schon so gewesen.
Dann entdeckte meine Mutter etwas anderes. Haare. Zwischen dem Lattenrost und dem Rahmen klemmten lange schwarze Haare. Keiner von uns hat schwarze Haare. Mein Stiefvater zog daran. Erst kamen vielleicht zwanzig Zentimeter raus. Dann mehr. Und noch mehr. Es sah aus, als würden die Haare irgendwo aus einem kleinen Spalt im Holz kommen. Meine Mutter sagte, er soll aufhören. Aber er zog weiter.
Plötzlich bewegte sich der Lattenrost. Nicht viel. Nur ein kleines Stück nach oben. Als hätte von unten jemand dagegen gedrückt. Mein Stiefvater sprang zurück. Dann hörten wir ein Kind lachen. Direkt unter dem Bett. Mein Bruder stand zu diesem Zeitpunkt neben meiner Mutter. Wir haben das Bett noch am selben Tag rausgetragen. Mein Stiefvater brachte es zum Wertstoffhof.
Danach war ungefähr eine Woche Ruhe. Ich bekam ein neues Bett. Eins mit Schubladen darunter, damit gar kein Platz mehr frei war. Ich dachte wirklich, es wäre vorbei. Bis letzten Sonntag. Ich war allein zu Hause. Meine Mutter war mit meinem Bruder einkaufen und mein Stiefvater arbeitete. Ich saß unten im Wohnzimmer und spielte an der Konsole. Da hörte ich oben etwas umfallen.
Ich ging zur Treppe. „Hallo?“ Keine Antwort. Dann hörte ich meine Mutter aus meinem Zimmer rufen. „Kannst du mal hochkommen?“ Ich wusste sofort, dass sie es nicht sein konnte. Ich rief sie auf dem Handy an. Sie ging ran. Im Hintergrund hörte ich meinen Bruder im Auto. „Was ist?“, fragte sie. Genau in diesem Moment rief ihre Stimme oben noch einmal: „Komm mal hoch.“
Meine echte Mutter am Telefon wurde still. Dann sagte sie: „Geh raus.“ Ich wollte gerade zur Haustür laufen. Da hörte ich oben meine eigene Stimme. „Mama?“ Ich blieb stehen. Meine Mutter schrie durchs Telefon, dass ich rausgehen soll. Aber oben sagte meine Stimme wieder: „Mama, hilf mir.“
Dann kam etwas die Treppe herunter. Langsam. Eine Stufe. Pause. Noch eine Stufe. Pause. Ich rannte raus und wartete auf der anderen Straßenseite, bis meine Mutter zurückkam. Mein Stiefvater ging später mit einem Nachbarn durchs ganze Haus. Sie fanden niemanden. Seitdem schlafe ich unten auf dem Sofa.
Gestern Nacht wurde ich wieder um 03:17 Uhr wach. Ich musste aufs Klo. Als ich zurückkam, lag mein Handy auf dem Boden. Ich dachte, es wäre vom Sofa gefallen. Dann sah ich, dass die Sprachaufnahme-App geöffnet war. Es gab eine neue Aufnahme. 47 Minuten lang. Die ersten 46 Minuten hörte man nur mich schlafen.
Dann hörte man ein Kratzen. Ganz nah am Handy. Danach meine eigene Stimme. Aber ich schlief im Hintergrund weiter. Meine Stimme flüsterte:
„Ihr habt immer unter dem Bett gesucht.“
Ein paar Sekunden war es still.
„Dabei war ich die ganze Zeit im Bett.“
Wieder Stille.
„Ich musste euch nur dazu bringen, es auseinanderzunehmen.“
Wieder Stille.
„Jetzt bin ich endlich frei.“
Und ganz am Ende hörte ich direkt unter dem Sofa, auf dem ich schlief, ein leises unheimliches Kichern.


Ja, spannende geschichte aber ich habe ein bischen mehr erwartet. Wem geht es hier genauso?
Coole geschichte
Warum lese ich sowas eigentlich nachts
Same ich lese es immer nachts aber jetzt lese ich es während dem untericht hilfe
aber geile geschichte👍