Kindermörder: Die traurige Geschichte des 3 jährigen Patrick Bulger

Patrick Bulger, wurde aus einem Einkaufszentrum entführt und ermordet

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Jon Venables und Robert Thompson

Jon Venables und Robert Thompson, waren zwei zehnjährige Jungen aus Bootle in England, die am 12 Februar 1993 den 3 Jährigen James Patrick Bulger ermordeten.
 
 

Tathergang und Mord

Jon Venables und Robert Thompson versuchten am 12 Februar 1993 im Bootle Einkaufszentrum ein Kleinkind zu entführen. Als die Mutter für einen Moment abgelenkt war, schafften es die beiden den kleinen Jungen von seiner Mutter wegzulocken. Als sie gerade das Einkaufszentrum mit dem Jungen verlassen wollten, kam die Mutter hinter ihnen hergerannt und holte ihren Jungen zurück.

Dafür wurden Jon Venables und Robert Thompson wwegen versuchter Entführung angeklagt, aber nicht verurteilt, weil man sich nicht auf ein Urteil einigen konnte.

Noch am selben Nachmittag, war der zweijährige James Patrick Bulger, mit seiner Mutter in dem Einkaufszentrum unterwegs. Als die Mutter an der Fleischtheke stand und für ein paar Minuten abgelenkt war, gelang es Venables und Thompson den Jungen aus dem Einkaufszentrum zu entführen. Dieses Geschehen, wurde auch von einer Überwachnungskamera aufgenommen.

Die beiden lockten den Jungen zu einem abgelegenen Kanal, der nur ca 1 Kilometer von dem Einkaufszentrum entfernt war. Der Plan von den beiden war, den Jungen in das Wasser zu werfen und ertrinken zu lassen. Aber das klappte nicht, weil Bulger sich weigerte, sich nach vorne über das Wasser zu lehnen. Anschließend, wurde er mit voller Wucht zu Boden geschmissen, wobei er schwere Kopfverletzungen erlitt.

Später berichtet ein Zeuge, dass einer der beiden Täter, den Jungen in die Rippen getreten hat, wahrscheinlich um ihn zum Weitergehen zu zwingen.

Die drei liefen den Kanal entlang und James schrie immer wieder nach seiner Mutter. Sie wurden von über 30 Menschen gesehen und manche von ihnen, konnten sich noch an die schweren Kopfverletzungen von James erinnern und sagten auch, dass der Kleine sehr verzweifelt aussah. Einige Leute, gingen zu ihnen hin und fragten Venables und Thompson was los sei. Darauf anworteten die beiden, dass sie nur auf ihren jüngeren Bruder aufpassen würden und konnten ihren Weg weiter fortsetzen.

Anschließend, liefen sie mit James zu einer Bahnstrecke von Walton. Dort angekommen, wurde der Jungen von den beiden zu tode gefoltert. Sie traten ihm ins Gesicht, und immer wieder gegen den Kopf. Sie bewarfen ihn mit Ziegelsteinen und schlugen immer wieder mit einer schweren Eisenstange auf ihn ein. Um das ganze zu vertuschen und es wie ein Unfall aussehen zu lassen, legten sie James, der schon tot war, quer über die Bahngleise und bedeckten seinen Kopf mit Steinen.

Ein Güterzug erfasste die Leiche, durchtrennte den Körper und schlief den Unterkörper noch einige Kilometer mit. James erlitt bei der Folterung zahlreiche Verletzungen an seinem Kopf und Gesicht. Die beiden hatten James so schwer zugerichtet, dass der Gerichtsmediziner nicht sagen konnte, welche Verletzung zum Tode geführt hat.

Später konnte die Polizei ermitteln, dass die Folterung um 17:30 begann und um 18:45 endete.

Der Bahndamm, an dem James Leiche gefunden wurde, wurde mit ganz vielen Blumensträußen bedeckt. Selbst Robert Thompson legte dort einen Blumenstrauß nieder. Kurze Zeit später, wurrden Thompson und Venables von der Polizei festgenommen.
 
 

Gerichtsverhandlung

Nach ihrer Festnahme, wurden die beiden nur Kind A und Kind B genannt, um sie zu schützen. Aber das nütze nichts, nur wenig später wurden die richtigen Namen der beiden bekannt. Später wurden Verbrecherfotos von den beiden veröffentlicht, die die Öffentlichkeit schockten. Auf den Bilder waren zwei ängstliche Kinder zusehen. Keiner konnte so recht glauben, dass diese zwei Kinder eiskalter Mörder sind.

Die Hauptverhandlung fand im Preston Crown Court statt. Die Verhandlung wurde wie eine Gerichtsverhandlung für Erwachsene geführt. Die Angeklagten saßen abseits von ihren Eltern auf der Anklagebank. Richter und Staatsbeamte erschienen im vollen Ornat. Beide Jungen saßen mit ihren Sozialarbeitern auf erhöhten Stühlen (damit sie über die für sie zu hohe Anklagebank sehen konnten) gut sichtbar vor dem Gericht.

Die Nachrichten berichteten sehr oft über das Benehmen und Verhalten der beiden, da diese von der Presse sehr gut zu sehen waren. Dieser Aspekt der Verhandlung wurde später vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte kritisiert, der diese Verhandlung als unangemessen verurteilte.

Die Jungen brachten keinerlei Beweise zu ihrer Entlastung bei und wurden schuldig gesprochen. Ihre Strafe, lebenslang, sollten sie in einer Jugendstrafanstalt absitzen. Der Richter dieser Verhandlung, Mortland, legte fest, dass sie mindestens acht Jahre hinter Gittern verbringen sollten.

Über 300.000 Menschen unterschrieben eine Petition, die vom damaligen Innenminister Michael Howard forderte, die Strafe weiter zu erhöhen. Als Reaktion auf diesen Aufschrei der Öffentlichkeit erhöhte Howard die Strafe auf 15 Jahre Freiheitsentzug. Diese letzte Entscheidung wurde von vielen Seiten kritisiert, weil Howard anscheinend Vorteile für seine politische Karriere aus diesem Fall ziehen wollte. 1997 wurde diese Entscheidung vom House of Lords revidiert und als rechtswidrig aufgehoben.

Im Oktober 2000 wurde die Mindeststrafe für die beiden Täter wegen guter Führung nochmals auf acht Jahre verkürzt, womit das ursprüngliche Strafmaß von acht Jahren wiederhergestellt wurde.
 
 

Entlassung

1999 beantragten die Anwälte von Venables und Thompson vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Revision: Die Gerichtsverhandlung sei nicht objektiv gewesen, da die beiden Jungen zu jung gewesen wären, um die Vorgänge in einer Gerichtsverhandlung für Erwachsene zu verstehen. Weiterhin behaupteten sie, dass die Intervention durch Howard die „Stimmung aufgeheizt“ habe und dadurch eine gerechte Verhandlung unmöglich gemacht worden sei. Das Gericht entschied zugunsten der beiden Jungen.

Diese Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes führte dazu, dass der neueingesetzte Lord Chief Justice, Lord Woolf, die Strafe der beiden erneut auf das Mindestmaß festsetzte. Im Oktober 2000 setzte er sich dafür ein, das Strafmaß von zehn auf acht Jahre zu reduzieren und fügte hinzu, dass Jugendstrafanstalten einen äußerst schlechten Einfluss auf die Jugendlichen hätten.

Im Juni 2001, nach sechsmonatigen Revisionsverhandlungen, entschied der Bewährungsausschuss, dass die Jungen keine Gefahr mehr für die Gesellschaft darstellten und jetzt, nach dem Verbüßen der Minimalstrafe, entlassen werden könnten. Diese Entscheidung wurde vom Innenminister David Blunkett bestätigt und die beiden kamen frei. Beide standen weiterhin unter der life license, die ihre sofortige Wiedereinweisung ins Gefängnis ermöglichen sollte, sobald sie als Gefahr für die Öffentlichkeit angesehen würden.

Die Manchester Evening News veröffentlichte die Namen der Strafanstalten, in denen die beiden inhaftiert waren, und löste damit heftige Diskussionen aus. Es handelte sich vielleicht auch um eine Verletzung der 2001 erneuerten einstweiligen Verfügung gegen Veröffentlichungen von Einzelheiten dieses Falles. Im Dezember wurde die Zeitung der „Missachtung des Gerichtes“ für schuldig befunden und zu einer Geldstrafe von 30.000 Pfund und zur Übernahme der Gerichtskosten in Höhe von 120.000 Pfund verurteilt.

Diese einstweilige Verfügung gilt allerdings nur in England und Wales. Zeitungen aus Schottland oder anderen Ländern können legal über den Verbleib der Jungen berichten. Es wurde erwartet, dass ihre Identitäten und ihr Aufenthaltsort bald durch das Internet bekannt würden. Im Juni 2001 wurde Venables Mutter mit den Worten zitiert, sie erwarte, dass ihr Sohn ein paar Wochen nach seiner Freilassung sterben werde.

Ihre Anwälte behaupteten, dass Mrs. Venables nie eine solche Aussage gemacht habe, und reichten formelle Beschwerde bei der Pressebeschwerdestelle ein. Ihre angebliche Aussage hatte sich bis dahin aber in der Presse schon verbreitet. Mehrere Personen wurden jedoch in der Folgezeit tatsächlich verdächtigt, Jon Venables zu sein, und erhielten Morddrohungen. Anfang August 2012 erhängte sich ein 36-jähriger Brite, nachdem Gerüchte in Umlauf gelangt waren, er sei Robert Thompson.
 
 

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