Ich konnte in dieser Nacht nicht schlafen. Der Wind heulte draußen um unser Haus, und die Äste des Baumes vor meinem Fenster kratzten immer wieder gegen die Scheibe. Eigentlich mochte ich dieses Geräusch nicht, aber heute war es besonders unheimlich.
Neben meinem Bett, auf dem Regal, saß mein alter Teddy. Ich hatte ihn schon seit ich klein war. Sein Fell war braun, ein bisschen abgewetzt, und um seinen Hals war ein rotes Band gebunden. Eines seiner Knopfaugen hing etwas schief.
“Gute Nacht, Teddy”, murmelte ich schließlich und drehte mich zur Wand.
Irgendwann schlief ich ein. Mitten in der Nacht wachte ich plötzlich auf. Ich wusste nicht warum. Es war einfach dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmen würde. Im Zimmer war es still. Zu still… Dann hörte ich ein seltsames Geräusch.
Kratz… kratz…
Ich setzte mich langsam im Bett auf und sah mich um. Und da bemerkte ich es. Der Teddy war nicht mehr auf dem Regal. Mein Herz begann schneller zu schlagen.
“Bestimmt ist er runtergefallen”, flüsterte ich zu mir selbst.
Ich stand auf und ging vorsichtig über den kalten Fussboden. Doch dann sah ich ihn plötzlich. Der Teddy saß mitten auf dem Boden meines Zimmers. Ich blieb stehen. Mir war plötzlich kalt, obwohl ich wusste, dass die Heizung an war. Ich war mir sicher, dass er dort eben noch nicht gesessen hatte.Trotzdem hob ich ihn auf.
Sein Fell fühlte sich warm an. Viel zu warm. Als hätte ihn gerade jemand in den Händen gehalten. Ich schluckte und stellte ihn wieder auf das Regal.
“Du bleibst jetzt hier”, sagte ich leise und legte mich wieder ins Bett.
Ich hatte die Augen kaum geschlossen, da hörte ich wieder dieses seltsame Geräusch.
Kratz…
Diesmal war das Geräusch direkt neben mir. Ganz langsam öffnete ich die Augen. Der Teddy saß jetzt auf meinem Nachttisch. Ich wusste ganz genau, dass ich ihn dort nicht hingestellt hatte. Mein Herz schlug so laut, dass ich dachte, ich würde es im ganzen Zimmer hören.
“Das… das ist nicht lustig”, flüsterte ich.
In diesem Moment hörte ich etwas. Eine Stimme. Ganz leise. Direkt neben meinem Ohr.
“Ich habe nichts gemacht…”
Ich konnte mich nicht bewegen. Die Stimme kam aus meinem Zimmer. Aber sie kam nicht von der Tür. Und sie kam nicht vom Fenster. Sie kam vom Teddy. Ganz langsam drehte sich sein Kopf zu mir. Sein schiefes Knopfauge sah mich an. Dann flüsterte er:
“Der Teddy ist schuld.”
Ich weiß nicht mehr, was danach passiert ist. Ich erinnere mich nur noch daran, dass ich geschrien habe.Und dass der Teddy gelacht hat. Heute glauben mir die Leute nicht, wenn ich ihnen erzähle, warum ich nie wieder in dieses Haus zurückgegangen bin.
Aber ich weiß die Wahrheit. Der Teddy war nicht einfach nur ein Spielzeug. Und wenn ihr nachts ein Kratzen an eurem Fenster hört… dann schaut besser nicht nach, ob euer Teddy noch auf seinem Platz sitzt.
- Gruselgeschichte: Der Teddy ist schuld - 11. März 2026






