Aokigahara – Der Selbstmordwald in Japan

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Aokigahara - Der Selbstmordwald von Japan
Ein Blick auf den Wald von oben.

Was ist der Aokigahara

Der Aokigahara, ist ein weitläufiger und dichter Wald in Yamanashi in Japan. Der Aokigahara ist Teil des Fuji-Hakone-Izu-Nationalparks, er hat unter anderem drei Naturdenkmäler, einen Wallfahrtsort sowie eine Fledermaushöhle. Der Wald ist ein beliebtes Ausflugs und Reiseziel für Touristen, steht aber unter Natur und Denkmalschutz.

In dem Wald, leben viele zum Teil seltene Tier- und Pflanzenarten. In der Öffentlichkeit, besonders in den westlichen Medien, ist der Aokigahara als „Selbstmord Wald von Japan“ bekannt, weil hier jährlich viele Menschen versteckt Selbstmord begehen. Des Weiteren, wird behauptet, dass es im Wald spuke und er verflucht sei.

Speziell dieser negative Ruf des Waldes, hat zahlreiche Regisseure dazu inspiriert, dort Horrorfilme zu drehen. Naturschützer beklagen eine zunehmende Vermüllung des Waldes.

Die gruselige Geschichte von Aokigahara

Autor des Bildes: Guilhem Vellut
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Das innere des Waldes
Das innere des Waldes.

In keinem Wald der Welt, wurden so viele Leichen gefunden wie in Aokigahara. Die hohe Anzahl der Toten ist erschreckend, vor allem, wenn man der Tatsache ins Auge sieht, dass unter den toten auch zahlreiche Kinder und Jugendliche dabei waren. Bei den toten, handelt es sich fast ausnahmslos um Selbstmörder, die besonders Nachts tief in den Wald eindringen, sich geeignete Verstecke suchen und sich schließlich das Leben nehmen.

Die meisten Selbstmörder, erhängen sich an Bäumen und werden meist erst Tage oder Wochen später, von irgendwelchen Passanten oder oft auch Touristen gefunden. Die High School Lehrerin „Kathy“, war in den 90 Jahren beruflich in Aokigahara unterwegs und ist zufällig, über einem Leichnam „gestolpert“, der an einem Baum hang. In einem Fernseh Interview sagte sie später: „Es war ein furchtbarer Anblick. Ich bekomme das Bild nicht mehr aus meinem Kopf“.

Bereits im 19. Jahrhundert sahen sich verarmte Familien in der Region vorgeblich gezwungen, Kleinkinder und pflegebedürftige Senioren während Hungersnöten in Wäldern wie dem Aokigahara auszusetzen und zum Sterben zurückzulassen. Man sagt, dass die Geister der zahlreichen Opfer, immer noch in dem Wald herumspuken würden. Viele der erfassten Berichte, über tot aufgefundene Selbstmörder, stammen aus der Zeit zwischen 1950 und 1960.

So berichtete die Zeitung Yomiuri Shimbun im Juli des Jahres 1954, von dem Selbstmord einer Mutter mit Kind. Im November 1955, erschoss sich dort ein Arbeiter aus der Umgebung. Auch in späteren Jahren, berichtete die Zeitung regelmäßig über Vorfälle im Aokigahara. Im Oktober 1993, versuchten sich zwei Jugendliche das Leben zu nehmen, von denen lediglich einer und dies nur knapp gerettet werden konnte.

Seit 1971, durchforsten jedes Jahr Polizei und Feuerwehr, sowie Freiwillige Helfer den Wald auf der Suche nach Leichen. Im Jahr 2002 wurden insgesamt 78 Leichen gefunden, die bis dahin höchste Zahl. Im Jahre 2003, wurde diese Zahl mit 105 Toten noch übertroffen. Es wird jedoch befürchtet, dass es noch mehr Leichen gibt, diese aber wegen der Dichte des Unterholzes nicht sofort gefunden werden.

Polizeiberichte deuten darauf hin, dass es 2010 geschätzt 247 Suizidversuche gegeben hat, wovon ca 54 erfolgreich waren. Die Wahrscheinlichkeit, in dem Wald Leichen aufzufinden, ist sehr hoch. Deswegen, ist mit den Jahren ein regelrechter „Nervenkitzel-Tourismus“ entstanden. Immer mehr Touristen aus aller Welt, reisen nach Japan, nur um in dem Aokigahara Wald nach Leichen zu suchen oder sich sogar selbst zu töten.

Dabei waren auch berühmte Youtuber, die solange durch den Wald marschiert sind, bis sie eine Leiche entdeckt haben. Anschließend, wurden die Videos auf Youtube hochgeladen und sich an dem Leid ergötzt. Die Videos hatten in kürze bis zu eine Millionen klicks bekommen, ehe es Youtube merkte und sie umgehend von der Plattform löschte.

Aufgrund der Dichte des Waldes können Personen, welche die offiziellen Wege verlassen, schnell die Orientierung verlieren und sich im Wald verirren. Da der Waldboden zudem sehr uneben und durchzogen von Höhlungen und Spalten ist, besteht auch ein großes Risiko zu verunglücken. Der Aokigahara ist deshalb auch für seine hohe Anzahl an vermissten Personen bekannt. Die meisten von ihnen werden jedoch schnell wieder aufgefunden.

Der Mythos der Geister im Wald

Autor des Bildes: Guilhem Vellut
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Waldweg, der in den Aokigahara führt
Waldweg, der in den Aokigahara führt

Yürei – japanische Geister sollen in diesem Wald ihr Unwesen treiben. Die Geister der Yūrei erscheinen typischerweise zwischen Mitternacht und dem Sonnenaufgang und schweben im Wald umher. Dem glauben nach, sollen diese Geister in diesem Wald wohnen und die Besucher dazu bringen Selbstmord zu begehen.

Zu recht trägt dieser Wald seinen Ruf und seinen Spitznamen „Der Wald der Leichen“ oder „Der Selbstmordwald“. Ein wirklich gruseliger Ort, wenn man bedenkt, dass sich dort über Jahrzehnte hinweg so viele Menschen selbst getötet haben.


 

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