Serienmörder: Daniel Camargo Barbosa

Serienmörder | Daniel Camargo Barbosa

Wer war Daniel Camargo Barbosa?

Daniel Camargo Barbosa ( 22. Januar 1930 – 13. November 1994) war ein kolumbianischer Serienmörder, der in den 1970er und 1980er Jahren bis zu 150 Mädchen vergewaltigt und ermordet haben soll, jedoch konnten ihm nur 72 Morde nachgewiesen werden.

 
 

Die Geschichte

Camargo wurde am 22. Januar 1930 in einer wohlhabenden Familie in Anolaima, einer kleinen Stadt in den kolumbianischen Anden geboren. Sein Vater war ein Geschäftsmann namens Daniel Camargo Briceño. Seine Mutter, Teresa Barbosa, war die zweite Frau seines Vaters. Camargo hatte auch eine ältere Halbschwester, die aus der ersten Ehe seines Vaters stammte. Als Camargo zwei Jahre alt war, starb seine Mutter und sein Vater heiratete kurz darauf wieder eine andere Frau.

Camargo war sehr intelligent und gut in der Schule. Wann immer er jedoch versuchte, sich mit Briceño zu unterhalten, unterbrach dieser ihn und sagte zu Camargo, dass er nutzlos und ein hoffnungsloser Fall sei. Schließlich verlor Camargo jegliches Interesse daran, sich mit seinem Vater zu unterhalten. Stattdessen perfektionierte er seine neu entdeckte Fähigkeit zu lügen und Menschen zu manipulieren, indem er sie als Mittel benutzte, um sich aus Gesprächen mit ihm herauszuhalten.

Da Briceño emotional distanziert und viel mehr an seinem Geschäft als an seiner Familie interessiert war, wurde Camargos Kindheit hauptsächlich von seiner Stiefmutter, Dioselina Fernández, beeinflusst. Fernández war zum Zeitpunkt ihrer Heirat gerade heranwachsend und sie war besessen von der Idee, eine eigene Tochter zu haben, was sich erst verstärkte, als sie feststellte, dass sie keine Kinder bekommen konnte.

Sie vergötterte ihre Stieftochter und missbrauchte ihren Stiefsohn. Sie bestrafte ihn, indem sie ihn gewaltsam von der Taille abwärts entkleidete und ihm mit einer Peitsche auf das nackte Gesäß schlug. Nachdem Camargo gewalttätige Tendenzen entwickelte und in der Schule in eine Schlägerei geriet, bestrafte Fernández ihn, indem sie ihm die Hosen wegnahm, ihn zwang Frauenkleider zu tragen, und seine Schulkameraden einlud, damit sie ihn so sehen.

Dieser Missbrauch zerstörte alles, und er wurde in der Schule zum Mobbing Opfer. Von diesen Zeitpunkt, fing Camargo an Frauen zu verachten.

In den frühen 1940er Jahren schickte ihn Briceño auf ein angesehenes, rein männliches katholisches Internat in Bogota. Camargo zeichnete sich erneut akademisch aus. Aber seine Pläne weiter zu studieren, wurden kaputtgemacht, als seine ganze Familie während der La Violencia in wirtschaftliche Not geriet. Camargo war gezwungen, sein Studium abzubrechen und einen Job als Tür-zu-Tür-Verkäufer anzunehmen, um sie zu unterstützen.

Er stellte fest, dass es ein Leichtes war, Menschen in der Hauptstadt zu überzeugen, ihn in ihre Wohnungen zu lassen oder Einkäufe zu tätigen. 1957 fing er eine Beziehung mit einer jungen Kundin an. Er überzeugte sie nach ein paar Dates, gemeinsam mit ihm ein Haus zu mieten. Die Ausgaben erwiesen sich jedoch als zu groß und er versuchte irgendwie, über die Runden zu kommen, indem er am 24. Mai 1958 einen Laden ausraubte, der einem anderen Kunden gehörte.

Wenige Stunden später wurde er verhaftet und wegen Bagatelldiebstahls in ein Gefängnis mit minimaler Sicherheitsstufe eingewiesen. Camargo nutzte eine Ablenkung. Er nahm ein Klemmbrett von einem Schreibtisch und tat so, als sei er beschäftigt, als er mit den Beamten am Ende ihrer Schicht hinausging. Er kehrte nach Hause zurück und nahm sein Leben wieder auf, als ob nichts geschehen wäre.

1962 lernte Camargo eine andere Frau kennen, Esperanza. Er verliebte sich so sehr in sie, dass er beschloss, Castillo zu verlassen, obwohl sie zusammen zwei Kinder hatten. Nachdem er sich mit Esperanza verlobt hatte, stellte er fest, dass sie keine Jungfrau mehr war und fand sie später mit einem anderen Mann in ihrem Bett.

 
 

Die Morde und Verurteilung

Camargo wollte sich von ihr trennen, hatte aber dann doch andere Pläne. Mit seinen Manipulationskünsten überzeugte er sie, dass sie ihn enttäuscht hatte und dass sie es wieder gut machen könnte, indem sie ihm jungfräuliche Mädchen besorgen würde. Esperanza stimmte zu und lockte fünf junge Mädchen in ihre Wohnung und betäubte sie mit Barbituraten, damit Camargo sie vergewaltigen konnte, während die Mädchen bewusstlos waren.

Das Paar wurde verhaftet, und Camargo wurde zunächst zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Diese wurde jedoch von einem anderen Richter auf acht Jahre erhöht. Camargo sah sich als Opfer und nahm sich vor, beim nächsten Mal, wenn er ein Mädchen vergewaltigen würde, sie auch zu ermorden. Nachdem er seine volle Strafe abgesessen hatte, wurde er entlassen und zog nach Brasilien. Er wurde aber 1973 wegen illegaler Einwanderung verhaftet und nach Kolumbien abgeschoben. In Kolumbien begann Camargo als Straßenverkäufer zu arbeiten und verkaufte Fernsehbildschirme.

Am 2. Mai 1974 ging Camargo vor einer Schule in Barranquilla spazieren, als er ein neunjähriges Mädchen sah, das er attraktiv fand. Er lockte sie in ein abgelegenes Gebiet, vergewaltigte und erwürgte sie und ließ die Leiche zusammen mit den Fernsehgeräten, die er transportierte, an dem Ort liegen. Am nächsten Tag kehrte Camargo zurück, um die Leiche zu entsorgen und die Geräte zu holen. Er wurde aber von einem Polizeibeamten verfolgt, der ihn des Mordes verdächtigte, und an Ort und Stelle verhaftete.

Er wurde verurteilt und zu dreißig Jahren Abgeschiedenheit in Gorgona, einer Insel 35 Kilometer vor Kolumbiens Pazifikküste verurteilt. Zehn Jahre nach seiner Verurteilung, stieß Camargo an einem Strand auf ein Ruderboot. Er sprang sofort hinein und hörte nicht auf zu paddeln, bis er Stunden später das Festland erreichte. Das Gefängnis meldete ihn als Flüchtling, aber die Behörden nahmen an, dass er auf dem Meer starb, da sie dachten, dass die Strömungen zu stark waren.

Die Presse brachte sogar Geschichten darüber, dass Camargo von Haien gefressen worden wäre. In Wahrheit hatte Camargo die vorangegangenen Jahre damit verbracht, die Meeresströmungen zu studieren, Bücher über Navigation zu lesen, um sich präzise orientieren zu können. Als er mit seinem Ruderboot Land erreichte, rannte er nach Süden in Richtung der ecuadorianischen Grenze. Camargo war der erste Gefangene, der jemals aus dem Gefängnis entkam, das als „die kolumbianische Version von Alcatraz“ bezeichnet wurde.

Camargo reiste zunächst in die Hauptstadt Quito in den Anden. Aber in der kalten Nacht vom 5. auf den 6. Dezember 1984, entschied er sich auf offener Straße, zurück an die Küste zu gehen. Tage später, am 18. Dezember, entführte Camargo ein weiteres neunjähriges Mädchen in Quevedo, Ecuador, und tötete es. Zwischen 1984 und 1986 beging er mindestens 55 Vergewaltigungen und Morde an jungen Mädchen und erwachsenen Frauen.

Die meisten Morde geschahen in der Provinz Guayas, aber manchmal auch an so weit entfernten Orten wie Quito, Machala und Ambato. Während dieser Zeit überlebte Camargo, indem er als Portier auf den Märkten von Guayaquil arbeitete oder Kleidung und Gegenstände verkaufte, die er den Opfern abgenommen hatte.

Camargo wurde am 26. Februar 1986 von zwei Polizisten aus Quito verhaftet, nachdem er im Besitz von blutiger Kleidung war, die seinem letzten Opfer, Elizabeth Telpes gestohlen worden war. In dem Koffer, in dem er die Kleidung transportierte, befand sich übrigens auch ein Exemplar von Fjodor Dostojewskis „Verbrechen und Strafe“, das er während seiner Inhaftierung in Gorgona erworben hatte.

Camargo wurde in Gewahrsam genommen und nach Guayaquil verlegt, nachdem eine einheimische Frau namens María Alexandra Vélez erzählte, dass sie einen Angriff eines Mannes, der auf seine Beschreibung passt überlebt hat. Camargo gab zu, nach seiner Flucht aus dem Gefängnis 71 Opfer in Ecuador ermordet zu haben. Im Jahr 1989 wurde er zu sechzehn Jahren verurteilt, der Höchststrafe für Mord in Ecuador. Am 13. November 1994 saß Camargo in seiner Zelle, als ein neuer Häftling, der 29-jährige Giovanny Arcesio Noguera Jaramillo eintrat und ihn auf die Knie zwang.

Nachdem er zu ihm gesagt hatte „Es ist die Stunde der Rache“, schlug Noguera acht Mal auf Camargo ein, tötete ihn und schnitt ihm ein Ohr als Trophäe ab. Noguera zeigte das Ohr den Wachen und behauptete, dass seine Tante eines von Camargos Opfern war und dass er sie gerächt habe. Da niemand Camargos Leiche beanspruchte, wurde er in einem Massengrab auf dem Friedhof El Batán in Quito beigesetzt. Er war 64 Jahre alt, als er starb.

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